Was ist Gießen?

Überall in unserem Leben, egal ob in der Schule, im Beruf, in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, nichts geht ohne Guss. Kein Auto bewegt sich ohne Gussteile: Motorblock, Kurbelwelle, Getriebegehäuse, Gurtaufroller, ja selbst Markenzeichen, Schlüssel und Schloss, Felgen, Hebel, Bedienknöpfe, Türöffner und schließlich die gesamte Rahmenkonstruktion der Karosserie – alles sind gegossene Bauteile. Auch in Flugzeugen und Schienenfahrzeugen sind Gussteile an entscheidenden Stellen verbaut. Weitere Einsatzbereiche für innovative Gusskomponenten sind  Windkraftanlagen, die Medizintechnik sowie Computer. Selbst an vielen Stellen im Haushalt, z. B. als Tür- und Fenstergriffe, ist Guss unverzichtbar.

Modern und kreativ mit viel Tradition

 

Schon vor 5000 Jahren haben die Menschen Werkzeuge und Schmuckstücke gegossen. Grundsätzlich geht es heute immer noch darum, Metall zu schmelzen und in Form zu gießen. Aber mittlerweile ist eine Menge Know-how erforderlich, denn Gießen ist ein modernes und innovatives Produktionsverfahren. Die Gießerei-Industrie ist die wichtigste Zulieferbranche in Europa. In nahezu allen technischen Geräten sind Gussteile aus unterschiedlichen Metallen verbaut. 

Wie funktioniert Gießen?


Gießen ist ein mehrstufiger Prozess mit vielen Arbeitsschritten. Es gibt verschiedene Verfahren: Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen Sandformguss und Druck- bzw. Kokillenguss.

Sandguss


Beim Sandguss werden die Gussform sowie Kerne, die beim späteren Gießen für Hohlräume im Inneren sorgen, aus Sand gefertigt. Sandform und Kerne können nur für einen Gießvorgang (Abguss) verwendet werden. Das Gussteil wird aus der Form ausgeklopft, Kern und Form zerbrechen. Der Sand wird aber wieder aufbereitet und für neue Kerne und Formen wiederverwendet.

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Druckguss


Beim Druckguss bzw. Kokillenguss bestehen die Gussformen aus Metall und werden immer wieder verwendet – manchmal mehrere hunderttausend Mal. Beim Sandguss und Kokillenguss wird das flüssige Metall von oben in die Form geschüttet/gegossen, während es beim Druckgussverfahren in großen Anlagen in die Gussform gepresst/geschossen wird.

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Feinguss


Beim Feinguss wird das spätere Gussteil mehrfach aus Wachs gefertigt und zu einer „Gusstraube“ zusammengefügt. Diese Gusstraube wird mit einer flüssigen Keramikmischung und Sand umhüllt. Die so entstandene Form wird gebrannt wobei gleichzeitig das Wachs ausschmilzt. So ist die dann hohle Form für den Abguss fertig. Die Gussteile werden nach dem Gießvorgang aus der Form ausgeklopft, dabei wird die Form zerstört.

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