Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für junge Gießerei-Ingenieure

Gesamtwirtschaftliches Stellenangebot im Ingenieursegment

Die der Bundesanstalt für Arbeit (BA) gemeldeten Vakanzen in den sieben Ingenieurberufsordnungen stellen einen Teil der Fachkräftenachfrage im Ingenieursegment dar.

Alternativ hierzu schreiben Unternehmen jedoch einen Großteil ihrer offenen Ingenieurstellen auf ihrer Webseite, in Zeitungen oder in Online-Stellenportalen aus. Wie eine Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2009 belegt, meldeten deutsche Unternehmen nur etwa jede siebte Stelle für Ingenieure bei der BA (Erdmann/Koppel, 2009). Zur Korrektur der daraus folgenden Untererfassung der offenen Ingenieurstellen bei der BA werden diese mit der Meldequote von 14,4 Prozent hochgerechnet. Summiert über alle Ingenieurberufsordnungen und Arbeitsmarktregionen lag die Fachkräftenachfrage im Ingenieursegment im August 2010 bei rund 63.100 Stellen. Wie bereits im Juli 2010 waren auch im August gegenüber dem Vormonat 2,3 Prozent mehr offene Stellen zu besetzen. Auch im Vorjahresvergleich hat die Anzahl an Ingenieurvakanzen deutlich zugelegt: Im August 2010 waren rund 21 Prozent mehr offene Stellen zu verzeichnen als im August des Jahres 2009.

Maschinen-und Fahrzeugbauingenieure werden weiterhin am stärksten nachgefragt. Im August 2010 waren 22.000 Stellen für Ingenieure mit diesem Zielberuf ausgeschrieben, 3,3 Prozent mehr als noch im Vormonat. Auch die meisten übrigen Ingenieurberufsordnungen verzeichneten gegenüber Juli 2010 einen Anstieg der offenen Stellen. Eine Ausnahme bildeten Architekten und Bauingenieure,deren Vakanzen um knapp ein Prozent zurückgingen. Auch im Jahresvergleich waren mit Ausnahme der Vermessungsingenieure in nahezu allen Ingenieurberufsordnungen deutliche Zuwächse der offenen Stellen zu beobachten. Im Hinblick auf die Arbeitsmarktregionen lagen die meisten Vakanzen im Ingenieursegment im August 2010 in Baden-Württemberg vor, das mit 13.600 offenen Stellen knapp vor Nordrhein-Westfalen rangierte. Die offenen Stellen dieser beiden regionalen Arbeitsmärkte machten somit gemeinsam knapp 42 Prozent der offenen Ingenieurstellen aus. Lediglich 3.100, und damit die wenigsten Vakanzen, waren dagegen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie in Sachsen zu besetzen.

Fazit

Im August 2010 trat bundesweit eine sogennante Ingenieurlücke von 39.000 Personen auf. Im Monatsvergleich war damit erneut eine deutliche Vergrößerung der Lücke um 6,0 Prozent zu verzeichnen. Dies liegt an der Zunahme der offenen Stellen um 2,3 Prozent bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 3,1 Prozent. Im August 2010 waren nur noch rund 25.000
Ingenieure arbeitslos gemeldet. Vor allem Maschinen-und Fahrzeugbauingenieure fehlen nach wie vor, aber auch die Lücke bei den sonstigen Ingenieuren nahm gegenüber Juli 2010 deutlich zu.

(Textquelle: VDI Ingenieurmonitor
August 2010)